Schematherapie im Prenzlauer Berg
Kindliche Grundbedürfnisse und Schema
Die Schematherapie baut zwar auf der Kognitiven Verhaltenstherapie auf, schlägt jedoch mit der folgenden Sichtweise eine Brücke zu den eher aufdeckenden Therapieverfahren:
Ein Schema besteht aus Gefühlen, Gedanken und Wahrnehmungen, die ihre Ursachen in der Verletzung kindlicher Grundbedürfnisse haben. Dabei kann zwischen den folgenden Grundbedürfnissen unterschieden werden:
- Bedürfnis nach sicherer Bindung zu anderen Menschen: Das Kind fühlt sich gewollt und geliebt und bekommt Liebe nicht nur, wenn es Leistung oder angepasstes Verhalten zeigt.
- Bedürfnis nach Autonomie, Kompetenz und Identifikationsgefühl: Dem Kind werden eigenständige Entscheidungen und Eigenkompetenz zugestanden und es kann daran wachsen.
- Bedürfnis nach realistischen Grenzen und danach, selbst Kontrolle ausüben zu können: Das Kind macht die Erfahrung sinnvoller Grenzen, die ihm eine Orientierung geben. Dadurch lernt es, selbst Grenzen zu setzen und Kontrolle über das eigene Handeln zu erlangen.
- Bedürfnis danach, selbst berechtigte Wünsche ausdrücken zu können: Das Kind darf Wünsche äußern, ohne sofort zurückgewiesen zu werden oder sogar für das Vorhandensein dieser Wünsche bestraft zu werden.
- Bedürfnis nach Spontaneität und Spiel: Das Kind darf verspielt und lustvoll sein, ohne immer wieder zurechtgewiesen zu werden.
Werden diese Bedürfnisse anhaltend oder tiefgreifend missachtet, entwickelt ein Kind früh Verhaltensweisen, die – in ihrer Entstehungszeit – durchaus adäquat und hilfreich sein können (und manchmal der einzige Weg sind, um eine Situation ertragen zu können). Allerdings ist der Preis dafür möglicherweise hoch: Das ehemals funktionale Verhalten kann im Erwachsenenalter dysfunktional werden und zu einer Einschränkung der Handlungsmöglichkeiten und der Lebensqualität führen.
Neben dem Schema ist der Begriff Modus, der eher einen Erlebenszustand beschreibt, ein weiterer Ansatz, um die Zusammenhänge zwischen nicht ausreichend befriedigten kindlichen Bedürfnissen und problembehaftetem Verhalten im Jetzt zu erklären. Dabei können unterschiedliche Modi betrachtet werden:
- Der Modus des Inneren Kindes symbolisiert die Gefühlswelt des (durch die Missachtung der kindlichen Bedürfnisse verletzten oder wütenden) kindlichen Anteils.
- Der Elternmodus steht, als eine Art innerer Antreiber, stellvertretend für die vom Kind erfahrene Kritik und die Beschimpfungen durch Vertrauenspersonen und manifestiert sich in Glaubenssätzen.
- Unterschiedliche Bewältigungsmodi machen den möglicherweise dysfunktional gewordenen Umgang mit diesen verinnerlichten Glaubenssätzen deutlich.
- Der Modus der oder des gesunden Erwachsenen stellt eine wichtige Ressource dar, wenn es um einen bewussten und hilfreichen Umgang mit den Herausforderungen und damit verbundenen Lösungsstrategien geht.
Imaginationsreise und Stühlearbeit
Therapeutische Ziele sind folglich vor allem das Bewusstmachen und Korrigieren der ungünstigen Schemata oder Modi sowie die Stärkung der/des gesunden Erwachsenen.
Dies kann zum einen mittels einer imaginativen Methode geschehen: Durch eine Affektbrücke, also eine „Reise“ in die Zeit, in der das dysfunktionale Verhaltensmuster und die damit verbundenen Gefühle entstanden sind, können die Verletzungen der kindlichen Bedürfnisse neu bewertet und ihrer das aktuelle Denken und Handeln bestimmenden Kraft beraubt werden. Trotz des Wissens, dass die Vergangenheit natürlich nicht korrigiert werden kann, findet bei dieser Methode, die Ähnlichkeiten zu hypnoanalytischen Ansätzen aufweist, möglicherweise eine Neubewertung des Geschehenen statt, die zu einer Veränderung des Verhaltens im Jetzt führen kann.
Eine weitere, gern von mir genutzte Möglichkeit stellt in diesem Kontext die Stühlearbeit dar, bei der mit Repräsentanten, zum Beispiel von Gefühlen, Ansprüchen oder Personen, gearbeitet wird.
Vereinbaren Sie einen Termin für die Schematherapie
Haben Sie Interesse an Schematherapie – vielleicht auch integrativ in Kombination mit meinen anderen Angeboten? Dann nehmen Sie einfach unverbindlich mit mir Kontakt auf und wir vereinbaren einen Termin für ein Erstgespräch. Informationen zu Ablauf und Kosten finden Sie weiter unten.
Mein Werdegang
- 2018: Hypnose-Intensivausbildung an der Academy of Hypnotic Arts (AHA)
- 2021: Zulassung als Heilpraktiker für Psychotherapie mit Heilerlaubnis
- 2021: Weiterbildung zum EMDR-Therapeuten am Institut Christoph Mahr
- 2022-2025: Ausbildung zum Systemischen Therapeuten am Systemischen Institut für Achtsamkeit (SIA); in diesem Rahmen: Fortbildungen in den Bereichen Schematherapie, Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) und Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) nach Les Greenberg und Sue Johnson
- 2025: Zulassung als Systemischer Therapeut durch die Systemische Gesellschaft (SG); Mitgliedschaft in der SG
Ablauf und Kosten der Therapie
Gern begleite ich Sie auf Ihrem Weg der Veränderung, Selbstfindung oder Krisenbewältigung. Dabei bediene ich mich unterschiedlicher Methoden, die ich selbstverständlich auf Ihre individuellen Bedürfnisse anpasse: Zu Beginn unseres gemeinsamen Therapieprozesses besprechen wir, was Ihren Themen und Bedürfnissen am meisten entspricht.
Dies überprüfen wir im weiteren Verlauf immer wieder, um sicherzugehen, dass die angewandten Verfahren und Methoden noch zu Ihrem – möglicherweise veränderten – Anliegen passen. Auch die Häufigkeit der Therapiesitzungen passen wir Ihren individuellen Bedürfnissen an, da viele Prozesse gerade zwischen den Sitzungen stattfinden.
Meine Angebote richten sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Paare oder Gruppen. Bei Paar- oder Gruppentherapien arbeite ich gern mit einer erfahrenen Kollegin zusammen, da dies gerade im Mehrpersonensetting zusätzliche Blickwinkel eröffnen und dadurch hilfreich sein kann. Außerdem wende ich mich mit meinen Angeboten sehr gern an Personen in alternativen Lebens- und Beziehungsformen und/oder mit queerem Hintergrund.
Sind Sie an meinen Therapieangeboten interessiert, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail. Gern können Sie auch das Kontaktformular (Termin) benutzen. Ich antworte möglichst kurzfristig und wir vereinbaren ein Erstgespräch am Telefon oder als Videokonferenz. Erst wenn Sie sich danach für eine Zusammenarbeit entscheiden, fallen für Sie Kosten an.
Als Heilpraktiker für Psychotherapie kann ich meine Angebote ausschließlich an Selbstzahler*innen richten. Die Kosten für eine 60-minütige Sitzung betragen 95,00 Euro (Normalsatz). Wird eine Dauer von 90 Minuten vereinbart, was bei intensiven hypnoanalytischen sowie bei Paar- oder Gruppensitzungen angebracht sein kann, beträgt der Normalsatz 135,00 Euro.
Nehmen Sie, zum Beispiel im Kontext einer Paartherapie, vom Angebot Gebrauch, mit einem aus einer Kollegin und mir bestehenden, eingespielten Team zusammenzuarbeiten, belaufen sich die Kosten für eine 60-minütige Sitzung auf 190,00 Euro, für 90 Minuten auf 270,00 Euro.
Wird eine vereinbarte Sitzung mindestens 24 Stunden vorher abgesagt, fallen keine Kosten an; bei einem Nachmittagstermin nach 14 Uhr genügt hierfür eine Absage bis 10 Uhr am selben Tag. Bei einer kurzfristigeren Absage stelle ich den halben, bei Nichterscheinen ohne Absage den vollen Preis in Rechnung.
Meine Praxisräume befinden sich in der Bötzowstraße 38 im Prenzlauer Berg. Sie sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; am besten mit den Tram-Linien M4 (Haltestelle Hufelandstraße) und M10 (Haltestelle Arnswalder Platz).